… im Crashkurs zur Konzession. Gastronomie als Ramschprodukt? …
… ich befürchte, dass ich mich heute mal so richtig unbeliebt mache. Aber jeder Mensch hat wohl so seine Überzeugungen und meine ist: 3 – 5 Stunden „Frontbeschallung“ bei der IHK können keine Ausbildung ersetzten. So lange nämlich dauert es, sich die „fachliche Qualifikation“ für die Eröffnung eines Restaurants anzueignen …
… der Umgang mit Lebensmittel allerdings will gelernt sein. Und ja, es gibt die Lebensmittelüberwachung, die dafür Sorge trägt, dass der 3-Stunden Gastronom die Vorschriften einhält. Ich aber meine, wir sollten lieber die Köche und Kellner, die Restaurantbetreiber und Gastwirtschaftsbesitzer so ertüchtigen, dass wir diese Kontrollen nicht brauchen. Was spricht dagegen, wenn eine Vollgastronomie (so nenne ich das jetzt mal) nur von jemandem mit Expertise, mit Können und Know How eröffnet werden dürfte? …
… ich möchte Profis am Werk. Auch Könner und Künstler, aber vor allem Menschen, die das Handwerk des Kochens gelernt haben. Kochen ist so eine großartige Aufgabe. Es macht so viel Spaß, weil es Gäste glücklich macht. Und wer jetzt wieder anmerkt, als Koch verdient man nichts, dem kann ich nur sagen: der Tarifvertrag in NRW z.B. sagt, dass „Fachkräfte mit Führungsverantwortung“ mind. 3.719 € brutto im Monat verdienen, ab 20 Uhr steuerfreie Zuschläge bekommen, ebenso an den Sonntagen und zudem heutzutage erheblich am Trinkgeld partizipieren. Top Chefs liegen zum Teil fast beim doppelten Brutto …
… auch hier aber gilt: nur wer liefert, kann dieses Gehalt verdienen. Und dabei geht es eben nicht nur um Stunden. Dabei geht es vor allem auch um Können. Aus- und Weiterbildungen sind daher ein Muss und das alles geht weit über eine drei Stunden Veranstaltung hinaus. Da ich natürlich weiß, dass ich hier sehr polarisierend schreibe, stelle ich mich innerlich schon mal auf jede Menge böse Kommentare ein. Was uns aber wirklich weiterbringen würde, wäre der Zusammenhalt der Herzblutgastronomen und Überzeugungsköche, um für ihren Berufsstand einzutreten und der Gastronomie die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie meiner Meinung nach verdient. Machen Sie mit? …