Arbeit ermöglichen statt verhindern

Meine Erfahrungen zum Thema Arbeitserlaubnis sind vielfältig und ganz sicher können viele Kollegen und Kolleginnen ein “Lied davon singen”. Dabei meine ich nicht die Situation an sich, sondern die Menschen, um die es geht: Teammitglieder und solche, die es werden wollen.

Menschen aus allen Regionen dieser Welt sind für die Gastronomie unverzichtbar. Integration hat in meiner Branche eine lange Tradition. Ich habe schon vor 30 Jahren in meiner Ausbildung am Tegernsee mit Menschen von überall gearbeitet. Wir waren Kollegen und Freunde. Warum nur, ist alles so kompliziert geworden?

Vor kurzem habe ich in einem Projekt eine Mitarbeiterin faktisch eingestellt, die nun zuhause on hold auf die Arbeitserlaubnis wartet. Da hier mind. zwei Ämter, nämlich die Agentur für Arbeit und die Ausländerbehörde, zuständig sind, kann ich eine motivierte Kraft nicht zum Dienst einteilen und muss auf teure Personaldienstleister zurückgreifen. Ab dem Tag der Arbeitserlaubnis könnte sie sofort im Team mitarbeiten.

Ein Gastronom hat mir vor kurzem erzählt, dass sein Koch leider gefälschte Papiere hatte und nun wohl abgeschoben werden wird. Das geht natürlich nicht und hätte der Kollege das gewusst, hätte er ihn nicht eingestellt. Alle Formulare wurden auch geprüft und sind von Arbeitgeberseite her einwandfrei. Gut gefälscht eben. Man hat versucht, im Nachgang eine Genehmigung für den Mitarbeiter zu bekommen: aussichtslos. Nun steht der Kollege selber am Herd und sucht nach einem Nachfolger. Macht das Sinn?

Ich glaube, unser System muss dringend überdacht werden. Arbeitswillige Menschen, die einen Mehrwert in der Gesellschaft leisten wollen, müssen schneller integriert werden können. Mich interessiert nicht, woher die Leute kommen und warum sie in Deutschland sind. Wer bereit ist, sich einzubringen, sollte das auch ohne Weiteres ermöglicht bekommen. Statt sich gefälschte Papiere zu besorgen, sollte man den Arbeitsmarkt besser organisieren. Auch im Bereich der Erlaubnis auf Zeit. Erste Schritte wurden nun gemacht. Weitere müssen folgen.

Eva Herrmann

Hospitalityconsultant für die Bereiche Konzeptentwicklung und Change Management 

http://www.thehospitalityexperience.com
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