Nachhaltigkeit eingepreist – wie die "wahren Kosten" Hospitality verändern
Die Frage nach den “wahren Kosten” eines Produktes oder einer Dienstleistung wird immer häufiger gestellt. Der “new green deal” der EU, dessen Ziel es ist die Europäische Union bis 2025 klimaneutral aufzustellen, macht auch vor der Hospitalitybranche nicht halt und so wird hier die Naturkapitalbewertung ebenfalls bald Eingang in die betriebswirtschaftliche Praxis finden.
Unter der Leitung von Ursula von der Leyen handeln die Mitgliedländer aktuell eine Einigung aus. Diese wird die Reduzierung von CO²-Ausstoß und -Bepreisung als Kernelement festlegen. Dort beschlossene Markmechanismen werden einen direkten und indirekten Einfluss auf die Wirtschaft nehmen. Experten prognostizieren, dass insbesondere auch das anvisierte Nachhaltigkeits-Ampelsystem für an der Börse gehandelte Finanzprodukte vor allem die Hotellerie-Branche durch einen Top-down Effekt treffen könnte. Gerade für Hotels, die Geschäftsreisende als Hauptzielgruppe haben, gilt dies besonders. Unternehmen werden in Zukunft die Bewertung am Kapitalmarkt versuchen, besonders “grün” zu gestalten. Darauf können auch Lieferanten Einfluss haben und müssen darum die nachhaltigen Kriterien erfüllen.
Der Begriff des Naturkapitals steht für einen relativ jungen Ansatz. Ziel des Modells ist es, neben dem Marktpreis auch die Kosten der ökologischen Ressourcen zu berücksichtigen die bei der Produktion verbraucht werden und dem Nutzen der Umwelt einen aktiven Wert beizumessen. Damit eine Naturkapitalbewertung vorgenommen werden kann gibt es z.B. Berechnungen vom Umweltbundesamt in der Broschüre “Naturkapital im Hotel- und Gastgewerbe”. Dabei geht es nicht um die Erfüllung eines Standards, sondern eine Hilfestellung die Naturkapitalbewertung als Management-Instrument nutzen zu können. Ein verbessertes Verständnis für Nachhaltigkeit hilft auch beim Paradigmenwechsel für das eigene Unternehmen.
Quellen: www.business-biodiversity.eu und globalnature.org